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Abwechslungsreiches Musikschulkonzert um Faselmarkt
Bei „Treffpunkt Musik“, Faselmarktsonntag, früher Abend, erklingt seit Jahren Musik der Musikschule Butzbach anlässlich des Jahrhunderte alten Frühjahrsmarktes der Stadt.
Gestaltet wird die Veranstaltung von Schülerinnen und Schülern unterschiedlichen Alters. Emil Jurida, Gitarrenschüler von Jemal Malasidze, setzte gleich zu Anfang den hohen Standard für das anspruchsvolle Konzert mit einer Bearbeitung des „Frühlings“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi für sein Instrument. Hierbei war die dynamische Umsetzung der forte- und piano-Stellen gut zu hören und somit der Echoeffekt von Emil erstklassig herausgearbeitet.
Fetzig wurde es dann bei „Losing my religion“ der Band REM. Oliver Lübker sang diesen Song aus dem Jahre 1991 mit viel Schwung und eindrucksvoller Stimme, sich selbst dazu auf der Gitarre begleitend.
Der Titel ist eine Metapher für den Verlust von Vertrauen oder Überzeugung. Musikalisch klingt das Lied durch seine drängende und schnelle Rhythmik ein wenig verzweifelt, was Oliver Lübker in seiner Interpretation hervorragen darbot.
Wieder zurück in die Barockzeit führte dann Laura Jäger. Sie hat Unterricht bei Sophie Rees, spielt seit vielen Jahren Cello, und wagte sich somit an eine sehr anspruchsvolle Allemande aus der 3. Cellosuite von Johann Sebastian Bach heran. Das für dieses solistische Werk benötigte stilistische Kolorit sowie die Intonationssicherheit bei den Doppelgriffen gelangen Laura Jäger sehr überzeugend.
Ebenfalls von Antonio Vivaldi stand dann ein eher unbekanntes seiner etwa 240 Konzerte für Violine auf dem Programm. Nina Xia, Schülerin von Elke Wagenhäuser und begleitet am Klavier von Rita Bieker, gestaltete den 1. Satz aus dem Konzert in g-moll in schönem Tempo und großer Klangfülle sowie einer musikalischer Sicherheit, welche für eine gerade noch Elfjährige bewundernswert ist.
Mit „Turn, turn, turn“ von The Byrds stand dann ein Gesangsquartett auf der Bühne. Ursula Huber, Robin Shaye, Oliver Lübker, der zusätzlich auch wieder die begleitende Gitarre spielte und ihre Gesangslehrerin Algund Schorcht sangen teils unisono, teils vierstimmig den Song über die Wichtigkeit des Zeitpunktes zu lieben, zu hassen, zu streiten und zu herzen. Auch sie erfüllten die Kapelle mit interessanten stimmlichen Farbtönen.
Für den Beitrag von Sarah Ludwig, Schülerin von Klavierlehrer Joachim Wagenhäuser, wurde der Flügel dann ganz geöffnet. Sie hatte „Vogelweise“ von Johanna Senfter vorbereitet. Die aus Oppenheim stammende und dort musikalisch wirkende Komponistin hatte sowohl im Hoch´schen Konservatorium in Frankfurt als auch bei Max Reger studiert. Viele Triller - eben Vogelstimmen imitierend - durchziehen das anspruchsvolle Stücke, welche Sarah Ludwig sicher gelangen. In der musikalischen Charakterisierung der ruhigen wie auch der klangkräftig rhythmischen Abschnitte zeigte sie ihre beachtliche musikalische Reife.
Zum Abschluss dann „Europa“ von Carlos Santana, einem Musiker, welchem es schaffte, mit reiner Instrumentalmusik Karriere zu machen. Den Song schrieb er nach einem Aufenthalt in Europa und Lion Koslowski vollbrachte den wirkungsvollen Sound auf seiner E-Gitarre mindestens ebenso gut wie aus dem Original bekannt. Das lateinamerikalische Flair, ist Santana doch mexikanischer Herkunft, steuerte Jannis Klau mit präziser und gleichzeitig lässig groovender Rhythmik auf Bongos bei. Ihr Lehrer Wolfgang Janich gestaltete die unterlegten Harmonien auf der Gitarre.
Den wirklichen Abschluss bildete dann der lange Applaus der vielen Zuhörenden, nachdem alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, welche gespielt und gesungen hatten, sich noch einmal auf der Bühne präsentierten.