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Buntes Programm bei Treffpunkt Musik

Wie immer veranstaltete die Musikschule Butzbach am Faselmarktsonntag ihr öffentliches Schülerkonzert „Treffpunkt Musik“. Hier treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus den verschiedenen Fachbereichen der Musikschule und stellen dem Publikum „ihre“ Musikstücke vor. Ihr erstes Vorspiel absolvierte an dem Abend Charlotte Imig, die auf ihrer Gitarre „Daumen jagt Zeigefinger“ von Rolf Tönnes spielte, eine bereits sehr gute Leistung für ein 10jähriges Kind, welches noch kein Jahr Unterricht hat. Ihr Lehrer Vakhtang Kharebava bezeichnete vor dem Konzert Charlottes Lerntempo als Musterleistung. Die 8jährige Hanna Kaschke dagegen, Schülerin von Elke Wagenhäuser, hat schon oft vor Zuhörern gespielt. In der Bourrée in G-Dur von Georg Friedrich Händel zeigte sie bereits einen sehr schönen Ton und gute Intonation, sicher begleitet am Klavier von Klavierlehrer Joachim Wagenhäuser.

Während früher viele Musikschulen „Jugendmusikschulen“ hießen, so Schulleiterin Marion Adloff in ihrer Moderation, so gibt es diesen Begriff heute kaum noch, nehmen doch inzwischen viele Erwachsene auch an diesen Institutionen Unterricht, allein in Butzbach gibt es mehr als 200 Schülerinnen und Schüler, die 18 Jahre oder älter sind. Zu hören war in diesem Zusammenhang die erwachsene Schülerin Amica Moraw gemeinsam im Altblockflötenduo mit ihrem Lehrer Gerd Schulz. Mit viel Freude spielten beide je ein barockes Duo des englischen Komponisten John Banister und des Franzosen Jaques-Christophe Naudot.

„Take me to church“, so der Titel des irischen Folkrockmusikers Andrew Hozier-Byrne, mit Künstlernamen Hozier. Hier zeigte Miora Gerull großes gesangliches Können mit einer besonders in der höheren Lage schönen, ausdrucksstarken Stimme. Sie begleitete sich dazu gekonnt selbst auf der Gitarre. Etwas ruhiger wurde es im Anschluss, hatte doch Annette Bremer aus dem dreisätzigen F-Dur-Konzert von Guiseppe Sammartini den besinnlichen Siciliano gewählt. Auch bei diesem Stück begleitete Joachim Wagenhäuser; beide – Annette zählt schon lange zu den fortgeschrittenen Schülern – machten das Zuhören zu einem wahren Genuss.

Die Gitarrenschülerin Hannah Wendt spielte „Die Geheimnisvolle“ des österreichischen Gitarristen Michael Langer. Wenn auch noch etwas leise im Ton - eben passend zum Titel des Stücks - so doch bereits schön im Klang, trug Hannah ihr Stück sehr souverän vor. Die Cellolehrerin Maike Kunstreich hatte ihren Schüler Pius Schelter mit zwei Stücken von Alexander Getchaninoff vorbereitet, einem russischen Pianisten, der später in die USA immigrierte. Pius wanderte bereits souverän durch die Lagen und traf sicher die notwendigen Flageoletttöne, behauptete sich auch klanglich gut gegen seinen Korrepetitor.

Mit einen Blockflötentrio, das damit auch die drei Mitglieder Sopran-, Alt- und Tenorblockflöte dieser Instrumentenfamilie vorstellte, zeigten Annette Bremer, ihre Mutter Ursula Bremer und Gerd Schulz an zwei Sinfonien Beispiele polyphoner Kunst von Johann Sebastian Bach. Ursprünglich von ihm für Tasteninstrumente komponiert, waren die Werke hier für Blockflötentrio transponiert. Sehr sauber und in flottem Tempo schlugen die drei das Publikum in ihren Bann.

In Zusammenhang mit dem nächsten Instrument machte Marion Adloff Werbung für Saxofon. Früher ein stark nachgefragtes Instrument, so hat dies so nachgelassen, dass man leider inzwischen von einem selten gespielten Instrument sprechen muss. Moritz Wirl, Saxofonschüler von Martin Zörb, bewies mit der Filmmusik aus Fluch der Karibik und „My little suede shoes“, dass diese Tendenz zu Unrecht besteht. Ein tolles Instrument, wunderbar mit schmissigem Saxofonsound von Moritz gespielt.

Nicht nur Gitarre, auch Klavier eignet sich gut zum Begleiten von Gesang: Kristina Rudic, Schülerin von Algund Schorcht, hatte als Gast am Klavier Dalwin Kryeziu mitgebracht. Sie trugen in sehr gutem Zusammenspiel „Happy“ der britischen Sängerin und Songwriterin Leona Lewis vor, ein wenig mehr Volumen hätte man sich vom Gesang von Kristina gewünscht, die dieses normalerweise durchaus hat.

Nach einer kurzen Stimmpause war dann die größte Formation des Abends zu hören: Das Orchester, eine Kooperation von Weidigschule und Musikschule. Da die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler auch das Programm mitgestalten, waren sogenannte Hits zu hören: Ein anderes Arrangement ebenfalls aus Fluch der Karibik und die Filmmusik zu Harry Potter, Musik, die den Schülerinnen und Schülern sichtlich viel Spaß bereitete. Die unterschiedlichen Klangfarben der Bläser und Streicher wechselten sich gekonnt ab, Harfe, Klavier und Cajon waren eher im rhythmischen Bereich vertreten und sorgten für ein gutes Zusammenspiel. Ihr drittes Stück, „Les Toreadors“ aus Georges Bizets Oper Carmen, kam bei den Zuhörern ebenfalls sehr gut an.

Am Ende des schönen Konzertes kamen alle Mitwirkenden nach vorne und erhielten, wie auch nach ihren jeweiligen Stücken, noch einmal für die Gesamtleistung langen Applaus. 


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