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Beeindruckender Liederabend

Zum ersten Mal bot die Musikschule Butzbach einer früheren Schülerin ein Podium für ein Konzert in der Wendelinskapelle. Die ehemalige Butzbacherin Anna-Lena Müller studiert Gesang an der Musikhochschule Würzburg und brachte für ein romantisches Programm zwei Kommilitonen mit: Die Mezzosopranistin Lena Elisabeth Vogler und den Pianisten Joshua-Allen Rupley. Gleich zu Anfang stellte Anna-Lena Müller die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der Musiker für ein jegliches Konzert heraus, eine Zusammenarbeit, welche sie auch zwischen den einzelnen Komponisten des Abends wiederfand. Das komplett mit romantischen Komponisten bestückte Konzert umfasste den am frühesten 1797 geborenen Franz Schubert bis zum am spätesten 1904 gestorbenen Antonin Dvorak. So erzählten die drei sich in einer informativen und lockeren Moderation abwechselnden Künstler von der privaten Verquickung des Ehepaars Clara und Robert Schumann mit Johannes Brahms, von dem seinen Komponistenkollegen Felix Mendelssohn Bartholdy in den höchsten Tönen lobenden Robert Schumann sowie von Franz Schubert als Begründer der Liedgattung im 19. Jahrhundert und sein Einfluss auf Antonin Dvorak in der Enkelgeneration. Und die Musik? Ein Traum! Hochgradig intonationssicher die beiden Sängerinnen, sehr ausdrucksstark Joshua-Allen Rupley, der dies auch beibehielt, wenn er beim Gesangseinsatz in der Klangfülle etwas zurückging. Die meisten Werke waren Trios, so beispielsweise die drei Lieder der einzigen Komponisten Fanny Mendelssohn Hensel, welche verteilt über 16 Jahre komponiert wurden und so die Entwicklung der Tonsetzerin darstellten. Beide Sängerinnen zeigten auch hier einen tollen Zusammenklang und gute Textverständlichkeit der durchweg auswendig gesungenen Lieder. Aber auch einige Werke für eine Stimme und Klavier waren zu hören. Sehr keck von Lena Elisabeth Vogler „Die Männer sind méchant!“, eines von vier schlüpfrigen Liedern von Franz Schubert, die verzweifelte und erzürnte Erzählung einer Tochter an ihre Mutter, die sie vorher zu Recht vor einem bestimmten Mann gewarnt hatte. Nicht nur mit ihrer klangvollen Stimme, auch mit Körperbewegungen drückte die Mezzosopranistin hier beeindruckend und mitreißend die Aussage des Liedes nach einem Gedicht von Johann Gabriel Seidel aus. Auch im Klavier stellte Joshua-Allen Rupley gekonnt mit punktgenauen, einfühlsam dynamisierten Achtelläufen die Gefühlsbewegung dieser Tochter dar.

Mit viel Agogik, einerseits ruhig um den schlafenden Geliebten nicht zu wecken, andererseits dramatisch bei dem Gedanken an seine Beschimpfungen, leuchteten Anna-Lena Müller und der Pianist kunstgerecht „In dem Schatten meiner Locken“ von Hugo Wolf den unsicheren Zwiespalt aus, in dem die singende Frau über ihre Beziehung nachsinnt.

Viel Applaus erhielten alle drei Künstler, die, obwohl noch in der Ausbildung, eine erstaunliche Fertigkeit und Reife mitbrachten. Nicht umsonst sind sie in genau dieser Besetzung seit Anfang 2016 in der Yehudi Menuhin Stiftung Life Music Now aufgenommen.


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