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Romantik pur mit Trio Punto in der Wendelinskapelle

Kategorie: Archiv - Presse
Artikel vom: Mittwoch 04. März 2015
Trio Punto

Trio Punto

Obwohl es mit dem Werk eines zeitgenössischen Komponisten begann, stand doch die Romantik im Vordergrund des vergangenen Sonntag in der Wendelinskapelle von der Musikschule Butzbach veranstalteten Konzerts mit dem Trio Punto. „Un poco ommaggio per una mezzanotte“, so der Titel des einsätzigen Werks des in Finnland lebenden aber in Offenbach geborenen Komponisten Klaus Wiede. Mit diesem kurzen, weitgehend meditativ gehaltenen Nachtstück betraten die Künstler Daniel Sepec, Axel Sebastian Dehmelt und Joachim Wagenhäuser musikalisch allmählich die Bühne, beginnt das Stück doch erst mit dem Violinpart bevor nach und nach das Violoncello und das Klavier dazu kommen. Sehr zarte Klänge zauberten hier die Musiker und zeigten gleich am Anfang, welch ausgewogene Balance sie zwischen ihren drei Instrumenten beherrschten.

Die Tonart d-moll hatte es den Künstlern angetan und so folgte das Trio op 63 in dieser Tonart von Robert Schumann, eine Neueinstudierung des Trio Punto, welches bis ins Jahr 1985 hinein zusammenspielte und sich erst jetzt einmalig in dieser Besetzung wieder zusammenfand. Schumann schrieb dieses Trio als Geburtstagsgeschenk an seine Frau Clara, welche darüber in ihrem Tagebuch notierte: „Es klingt wie von einem, von dem noch vieles zu erwarten steht, so jugendfrisch und kräftig, dabei doch in der Ausführung so meisterhaft“. Nicht nur die Komposition, auch das Spiel der drei Musiker war hier meisterhaft. Leidenschaft im ersten Satz, durch präzise Rhythmik erreichte Erregung im zweiten und vierten Satz, langsame, herzbewegende Cantilenen im dritten Satz, die ganze romantische Skala konnten Sepec, Dehmelt und Wagenhäuser vollendet präsentieren.

Und genau so ging es nach der Pause weiter. Das Trio op 49 von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ebenfalls in d-moll, stand nun auf dem Programm. Mit diesem Werk verbinden die Musiker laut Programmzettel intensive Erinnerungen. Der erste Satz war Teil ihres Wettbewerbprogramms bei Jugend Musiziert 1981, wo sie damit den ersten Bundespreis gewannen und das komplette Trio wurde während eines Konzertes vom Hessischen Rundfunk live mitgeschnitten. Der Berichterstatter weiß nicht, wie es vor 30 Jahren klang. Die Aufführung beim Konzert in der Wendelinskapelle jedoch war fulminant. Virtuosität und Einfühlungsvermögen, Feuerwerk und Lyrik wechselten sich ab oder liefen nebeneinander her, je nachdem, wie die Komposition es erforderte. Darüber hinaus war das Zusammenspiel der Künstler hervorragend, was das Publikum mit sehr viel Applaus, zum Teil stehend, belohnte. Klar, dass dann noch zwei Zugaben fällig waren: Die Dumka aus dem Dumky-Trio von Antonin Dvorak und das Andante con moto aus dem Es-Dur Klaviertrio von Franz Schubert. Wiewohl letzteres nach Ansage von Wagenhäuser nahezu vom Blatt gespielt, waren auch diese beiden Zugaben äußerst ergreifend präsentiert. Viele aus dem Publikum gingen beeindruckt aber auch mit dem wehmütigen Gefühl nach Hause, wie unendlich schade es ist, dass das Trio Punto wohl für lange Zeit wenn nicht für immer wieder auseinander gegangen ist. 

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