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Faszinierende Kammermusik

Kategorie: Archiv - Presse
Artikel vom: Sonntag 03. Mai 2015

Ein mit sehr viel Inbrunst gespieltes Kammerkonzert veranstaltet von der Musikschule Butzbach fand vergangenen Samstag in der Wendelinskapelle statt. Nicht zum ersten Mal traten der Cellolehrer der Musikschule, Michael Ernst und sein Kammermusikpartner am Klavier, Georg Klemp, in dieser Formation in Butzbach auf. Auf dem Programm stand als erstes die Sonate in g-moll von Ludwig van Beethoven. Die zweisätzige Sonate trägt als weitere Bezeichnung „für Klavier und Violoncello“ und ist trotz dieser Reihenfolge doch das erste Werk der Musikgeschichte, in welchem beide Instrumente gleichwertig nebeneinander stehen. Darauf wies Michael Ernst hin, welcher sehr aufschlussreich das Konzert moderierte, nachdem die beiden Künstler eindrucksvoll diese zu Beethovens früher Schaffensperiode zählende Sonate gespielt hatten. Die „Stücke im Volkston“ von Robert Schumann sind fünf verschiedene Charakterstücke, die keinesfalls Volksmusik darstellen sondern die Sympathie des Komponisten mit der Revolutionsbewegung von 1848 ausdrücken. Auch hier zeigte sich die enorme Musikalität von Michael Ernst und Georg Klemp, ging es doch darum die unterschiedlichen Charaktere herauszuarbeiten und humorvoll, zart und markant mit diversen Tempowechsel die Musik zu gestalten. Hierbei waren gerade im Streichinstrument verschiedene Techniken wie pizzicato oder der Einsatz des Dämpfers notwendig. Noch intensiver wurde es beim letzten Beitrag, man möchte ihn trotz des starken Eindrucks der beiden vorhergehenden Stücke das Hauptwerk des Abends nennen: Die Sonate d-moll von Dimitri Schostakowitsch. Es ist die einzige Sonate des Komponisten in dieser Besetzung, komponiert 1934. Da stand Schostakowitsch politisch bereits massiv unter Druck, wurde doch in den Jahren vorher seine Oper Lady Macbeth von Mzensk vermutlich auf Stalins Betreiben hin zerrissen und er harrte jede Nacht mit gepacktem Koffer in der Erwartung, deportiert zu werden. Die Cellosonate jedoch ist unpolitisch, dafür von einer Intensität, als hätte Schostakowitsch gebangt, danach niemals mehr etwas komponieren zu können. In ihr werden Lyrik und Rhythmus gegeneinander gestellt, immer mal auch miteinander verbunden. Schnelle Läufe im Klavier, welche Georg Klemp meisterhaft und mit selbstverständlicher Leichtigkeit auf der Tastatur perlen ließ, enorme Klangfülle im Cello gepaart mit hauchzarten Klängen und glissandi. Eine große Herausforderung in jeder einzelnen Stimme wie auch im Zusammenspiel, einerseits sehr virtuos andererseits äußerst einfühlsam gemeistert von beiden Künstlern. Viel Applaus gab es am Schluss, eine Zugabe für das begeisterte Publikum und diese musste natürlich einer der Sätze aus der zuvor so beeindruckenden Sonate von Schostakowitsch sein. Etwas anderes hätte nicht gepasst.

Adresse Musikschule Butzbach e.V.

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Griedelerstraße 64
35510 Butzbach

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